12. Mai 2026 5 Minuten Lesezeit

Organizational Performance Report 2026

Gute Organisation ist Wettbewerbsvorteil – aber deutsche Unternehmen tun sich erstaunlich schwer damit

  • Der erstmals für die USA und Deutschland vergleichend erhobene Organizational Performance Score zeigt: Während US-Unternehmen circa 70 % ihres Erfolgspotenzials heben, schaffen deutsche Unternehmen nur circa 60 %
  • Gerade mit Blick auf Reorganisationen ist die Bilanz alarmierend: Nur 16 % der Befragten in Deutschland erleben Reorganisationen in ihrem Unternehmen als erfolgreich, während dies immerhin für 41 % der US-Befragten gilt
  • Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Heraus stechen die unzureichende Nutzung von Daten und die Schwierigkeit, aus ihnen Erkenntnisse zu gewinnen

Nürnberg, 12. Mai 2026 – Eine heute veröffentlichte Studie bringt es an den Tag: In turbulenten Zeiten und angesichts großer Herausforderungen haben jene Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil, die sich besser organisieren als der Wettbewerb. Erstaunlicherweise tun sich nach Einschätzung der Führungskräfte sowie der Mitarbeitenden gerade deutsche Unternehmen dabei schwer. Die Befragten in Deutschland beurteilen die wesentlichen Treiber und Effekte organisationaler Leistungsfähigkeit deutlich schlechter als die gleichzeitig Befragten in US-Unternehmen.

Der erstmals unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Stephan Fischer (Hochschule Pforzheim) vom Analytics-Spezialisten Ingentis erhobene „Organizational Performance Report 2026“ zeigt: Auf einer Skala von -100 (keine organisationale Leistungsfähigkeit) bis + 100 (maximale organisationale Leistungsfähigkeit) kommen die US-Unternehmen auf den Wert 40, während sich für deutsche Unternehmen nur der Wert 21 ergibt. Das bedeutet, dass amerikanische Unternehmen circa 70 % der organisationalen Leistungsfähigkeit realisieren, während deutsche Unternehmen nur circa 60 % erreichen.

Der Organizational Performance Score errechnet sich aus der Bewertung der vier Treiber organisationaler Leistungsfähigkeit (Effizienz, Adaptivität, Innovativität und Effektivität) und der Bewertung von drei Erfolgsdimensionen (nämlich personelle, produktive und finanzielle Performanz). Weiteres zu Stichprobe und Methode siehe Infobox am Ende.

Professor Stephan Fischer sagt dazu: „Unsere Befragungsdaten bestätigen, was die Theorie schon länger postuliert: Organisation ist ein Wettbewerbsfaktor. Und gerade Zielerreichung (Effektivität), Anpassungsfähigkeit (Adaptivität) und Erneuerungsvermögen (Innovativität) bestimmen besonders darüber, wie leistungsfähig man im Wettbewerb auftritt.“ Dass die US-Befragten hier ihre Organisationen so deutlich vorne sahen, habe die Studienmacher verblüfft.

Dabei gibt die Studie klare Hinweise darauf, was in Sachen organisationaler Leistungsfähigkeit im Argen liegt. Es sind dies besonders

  • wenig Bewusstsein für die Organisationsthematik per se
  • erkennbare Defizite bei Change- und Reorganisationsfähigkeit
  • unzureichende Nutzung von datenbasierten Methoden der Visualisierung, Analyse und Gestaltung von Organisationsaspekten

Dies veranschaulicht zum Beispiel das Antwortverhalten auf folgende Fragen in der Studie:

  • 55,8 % der US-Befragten, aber nur 32,7 % der befragten Deutschen bejahen deutlich die Frage „Über den Unternehmenserfolg der nächsten Jahre wird entscheiden, welche Organisationsstruktur wir haben und wie wir diese gestalten.“
  • 46,6 % der Befragten in den USA, aber nur 25,7 % in Deutschland sehen ihre Führungskräfte gut aufgestellt, Veränderungsprozesse erfolgreich zu steuern.
  • 48,1 % der Deutschen, aber nur 33 % der US-Beschäftigten stimmen zu, Reorganisationen seien mühsam, zäh und aufreibend.
  • Annähernd jeder Dritte in beiden Ländern gibt an: „Über die richtigen Daten für Entscheidungen im Unternehmen zu verfügen, ist trotz aller Digitalisierung sehr aufwändig.“
  • 51 % der US-Befragten, aber nur 30,5 % der befragten Deutschen geben an: „Bei uns findet man sich sehr gut zurecht, wer was verantwortet.“
  • Zudem zeigt sich, dass die US-Befragten – und hier vor allem die Führungskräfte – Auswertungs- und Visualisierungstools intensiver, häufiger und vor allem auch stärker mit Blick auf Gestaltungs- und Veränderungsanliegen nutzen als ihre deutschen Kollegen

Für Joachim Rotzinger, CEO von Ingentis und Auftraggeber der Studie, zeigt sich hier klar: „Wenn wir allseits beklagen, dass wir in Sachen Transformation in Deutschland nur schwer vom Fleck kommen, liegt das sicher auch an diesem Studienbefund: Deutsche Unternehmen sind vergleichsweise unbeweglich aufgestellt. Zudem nutzen sie die Möglichkeiten, dies auf Basis ihrer vorhandenen Daten und dem Einsatz entsprechender Visualisierungs- und Analyse-Tools zu ändern, nur ungenügend aus.“

Das sei mehr als bedauerlich, so Rotzinger. Denn es schlage nicht nur auf die Performance am Markt und im Wettbewerb durch, sondern auch auf die Stimmung. Das zeigt sich an den Antworten auf die Frage „Wie optimistisch sind Sie, dass Ihr Unternehmen – so wie es organsiert ist – in den nächsten fünf Jahren seine Ziele erreichen wird?“ Auf einer Skala von 0 (absolut pessimistisch) bis 100 (maximal optimistisch) verorten sich die Befragten in Deutschland im Mittel bei 60, die in den USA dagegen bei 69,9 von möglichen 100 Punkten.

Doch die Situation in Deutschland sei kein Schicksal, dem man ausgeliefert ist, betont Rotzinger. „Wir können durch eine datenbasierte und gezielte Gestaltung der organisatorischen Rahmenbedingungen unserer Unternehmen die Lücke schließen und fit für den Wettbewerb und kommende Herausforderungen werden. Wir haben das selbst in der Hand und können damit noch heute beginnen.“

Zur Studie

Der erstmal erhobene „Organizational Performance Report 2026“ basiert auf einer Online-Befragung von 1.226 Berufstätigen in Deutschland und den USA, die in Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten arbeiten. In den USA wurden 605 Beschäftigte befragt, in Deutschland 621. Darunter waren 110 Führungskräfte dreier Hierarchiestufen in Deutschland und 101 in den USA. Erhoben wurden die Daten im Januar und Februar 2026.

Eine ausführliche Darstellung der Studienergebnisse findet sich im Artikel „Vorsprung durch Organisation“ in der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins (06/2026 Haufe Gruppe) und im entsprechenden Online-Artikel.

Pressemitteilung zum Download

Hier können Sie sich unsere Pressemitteilung vom 12. Mai 2026 sowie den Organizational Performance Report 2026 von Ingentis als PDF herunterladen.

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