Methoden zur Beurteilung von Wechselbereitschaft
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich der Frage zu nähern, wie hoch das Risiko von Mitarbeiterfluktuation im eigenen Unternehmen ist: über eine Faustformel oder über einen analytischen Ansatz.
Die Faustformel: typische Merkmale wechselwilliger Mitarbeitender
Als einfache Orientierung kann ein Personenprofil („Persona“) dienen, das typische Merkmale von Mitarbeitenden mit erhöhter Wechselbereitschaft beschreibt.
Wechselwillige Mitarbeitende sind häufig relativ jung, leben eher allein oder ohne Kinder und besitzen kein Wohneigentum. Zudem arbeiten sie häufig noch nicht lange im Unternehmen, weisen teilweise höhere Fehlzeiten oder Krankheitsfälle auf und werden im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen mit ähnlichem Profil eher geringer bezahlt.
Mitarbeitende mit geringer Wechselbereitschaft zeigen dagegen oft andere Merkmale. Sie sind häufiger verheiratet oder familiär stärker eingebunden, arbeiten bereits länger im Unternehmen und besitzen eher Wohneigentum. Gleichzeitig haben sie meist geringere Fehlzeiten und verdienen im Vergleich zu anderen Mitarbeitenden mit ähnlichem Profil relativ gut.
Diese Faustformel basiert nicht nur auf Erfahrungen aus der HR-Praxis, sondern auch auf umfangreicher Forschung zur Fluktuation von Mitarbeitern. Dennoch können solche Profile nur als Orientierung dienen. Sie helfen Führungskräften und HR-Verantwortlichen dabei, mögliche Gründe für Mitarbeiterfluktuation frühzeitig zu erkennen.