Von der funktionsorientierten zur prozessorientierten Organisation
Im Vergleich zu Modellen wie der funktionalen Organisation oder dem Mehrliniensystem legt die prozessorientierte Organisation den Fokus konsequent auf Abläufe statt auf disziplinarische Zuständigkeiten. Die klassische funktionsorientierte Organisation gliedert sich nach Aufgaben oder Abteilungen – etwa Einkauf, Vertrieb, Produktion. Diese Struktur führt oft zu sogenannten Silos: Abteilungen arbeiten effizient innerhalb ihres Bereichs, verlieren dabei aber den Blick für den Gesamtprozess. Kommunikationslücken und Medienbrüche zwischen den Abteilungen verursachen Verzögerungen, Fehler oder unnötige Aufwände.
Die prozessorientierte Organisation durchbricht diese Silos. Statt sich an Funktionen zu orientieren, richtet sie sich entlang der Geschäftsprozesse aus – also danach, was der Kunde am Ende des Tages als Leistung wahrnimmt. End-to-End-Prozesse (E2E-Prozesse) ziehen sich durch alle Unternehmensbereiche. Entscheidend ist nicht mehr, wo jemand organisatorisch angesiedelt ist, sondern welchen Beitrag er oder sie zur Wertschöpfungskette leistet.
Diese Umstellung bedeutet einen Kulturwandel: Prozessdenken ersetzt Bereichsdenken. Rollen wie Prozessverantwortliche und Prozessmanager ersetzen klassische Linienführung in bestimmten Kontexten. Unternehmen, die diesen Wandel erfolgreich gestalten, profitieren von mehr Transparenz, Effizienz und einem höheren Maß an Kundenorientierung.